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Spaß versus Freude

Das-Wissen-muss-ein-Koennen-werden---Sonnenherz

Kennen Sie als Lehrer diesen Satz: „Mein Kind soll ja kein Profimusiker werden."? Oder: „Es soll einfach nur Spaß haben!"

Eventuell sind Sie als Elternteil der Musikschullehrkraft so gegenübergetreten? Dann ist dieser Text genau für Sie bestimmt.

„Soll einfach nur…" wirkt als Limitierung, obwohl er, positiv unterstellt, als Schutz gemeint war (nur wovor?). Die Wirkung ist allerdings eher die, dass das Kind den Unterricht gar nicht mehr ernst nimmt. Die Beteiligung rutscht auf ein Mindestmaß ab, selbst talentierte Schüler reduzieren ihr Engagement auf ein Minimum.

Das ganze führt unter Umständen in einen Teufelskreis: Ohne Vertiefung und Hingabe kommt es nicht zu der freudvollen Erfahrung, die den „Spaß" bei weitem übertrifft. Ohne diese Erfahrung wiederum bleibt auch der Prozess im Unterricht an der Oberfläche, weil der vordergründige Spaß tiefergehendes Erleben blockiert.

Vielleicht ist es verlockend, die Sahne vom Kuchen zu naschen, aber davon allein wird man nicht wirklich satt. Im Grund geht es um „Spaß" (im Sinne von Oberflächlichkeit) versus „Freude" (im Sinne ganzheitlicher Erfahrung). Dies zu verstehen ist ganz wesentlich.

Selbstverständlich soll die Beschäftigung mit dem Instrument Freude erlebbar machen. Und nach meiner Erfahrung wird diese um so tiefer, je intensiver sich der Lernende/Übende auf den Lern- und Übeprozess einlässt: wenn eben auch Widerstände überwunden werden, wenn die Trägheit besiegt wird, wenn der „innere Schweinehund" an die Leine genommen wird. Auf diesem Weg brauchen die Kinder fortwährend Ermutigung, auch durch die Eltern!

ARTIS Gitarrenduo in Dresden
Das Kreuz mit der Zahl
 

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Donnerstag, 22. August 2019
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