Mandela und die Berliner Mauer in Kapstadt

Während der heutigen Stadtführung durch Kapstadt zeigte uns der Guide ein Stück Beton in der Saint Georges Mall, das ich sofort als Stück der Berliner Mauer wiedererkannte. Ken, unser Stadtführer, erzählte, daß dieses Mauersegment ein Geschenk Deutschlands anläßlich Nelsons Mandelas Besuch in Berlin war…

Ken erzählte über die erste Rede Nelson Mandelas am Rathaus Kapstadt, und daß seine Eltern dabei waren. Er selbst hatte die Rede am Fernseher mitverfolgt. Alle wollten wissen, wie Mandela aussieht, denn er wurde medial immer als Terrorist dargestellt. Dann kam ein alter, grauer Mann mit dicker Brille ans Rednerpult und erzählte, „daß wir vergeben lernen müssen“.

Heute steht auf der Treppe des Rathauses eine Mandela-Skuptur, die 4 Millionen Südafrikanische Rand kostete (ca. 235 T€), was wiederum wohl Mandela nicht gewollt hätte und die Menschen hier fassungslos macht: Das Geld ist an so vielen anderen Stellen dringend nötig. Zum Beispiel in der Wasserversorgung. Wir hörten davon, daß es in Südafrika bis in die Neunziger hinein nie Probleme mit der Wasserversorgung gab. Nach dem Ende der Apartheid wurden auch die Stadtviertel der „Colored“ an die Wasserversorgung angeschlossen, danach kamen die Probleme mit der Knappheit

Und wir hörten Geschichten über die Sklaverei, mit wieviel perverser Unmenschlichkeit diese Menschen ihrer Würde, ihrer Identität beraubt wurden. Ihnen wurde oft auch der Name genommen. Sie wurden einfach nach dem Monat ihrer Ankunft benannt. Ken sagte, daß man noch heute im Telefonbuch alle Monatsnamen finden kann. Und damit ein düsteres Kapitel der Geschichte dieses Landes anklingt.

Hier in Kapstadt hatte auch die erte Firma der Erde mit dem ersten Logo ihren Sitz: DIC, die Dutch-Indian-Company. Diese baute hier das Castle, eine strategische Festungsanlage auf halbem Wege zwischen Europa und Indien.

​Abendessen gab es in einem malaysisch muslimischen Restaurant. Und wir wurden bewirtet wie auf einem großen Familienfest. Die Speisen waren so reichhaltig, ich kann mich nicht mehr an all die wohlklingenden Namen der Gerichte erinnern, oft heizte eine feine untergründige Schärfe den Appetit weiter an… Was mir besonders mundete war ein Rote-Beete-Salat, der nach fast ätherischer Leichtigkeit schmeckte… Die Besonderheit dieses Restaurants in muslimischer Tradition: das Mal verlief alkoholfrei.

Von der Terrasse dieses Restaurants aus hatten wir diesen Blick auf den Tafelberg:


Kapstadt, Reise, Südafrika, TrainerTrack


Kyerim

Geboren an der See, studiert in Weimar, gelandet in Dresden.

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