Wanderung im Kogelberg Nature Reserve

Der Tag begann verregnet. Der Regen ist hier ein ganz leichter Sprühregen, der auf die Dauer überall hineinkriecht…

Pünktlich mit Beginn unserer Wanderung hörte der Regen auf, nach und nach klarte es auf und damit waren wir bei perfektem Hikingwetter unterwegs. Dies war die letzte Tour mit unsere Guides Lauren, Nic und Johan. Die drei sind beseelte Tourguides, das konnte ich mit jeder Begegnung spüren. Sie erzählten uns über Tiere in diesem Tal, über Pflanzen, und wofür sie verwendet werden. Ich lief den Weg barfuß, der Untergrund wechselte von sandig bis spitzsteinig, über große, glatte lauwarme Steine bis zu wasserüberspülten glatten Felsen. Die Flora in diesem Tal wirkte äußerst reichhaltig. Tiere sah ich nur wenige… 😉

Am Fluß führten wir wieder Laurens Ritual zur Erdung durch, zum Ankommen am Ort, zur Verbindung mit der Erde und den fließenden Energien. Dann rezitierte sie ein Gedicht (von dem ich hoffe, daß wir es noch zum Nachlesen bekommen). Darin ging es um Heilung. Und das Ende war sinngemäß: 

Bewahre, bewahre, bewahre immer das Bewußtsein, daß Du selbst die Medizin bist.

(Info zum Autor und das gesamte Gedicht folgt hoffentlich bald)

In einigen Felsen gab es (zum Teil kreisrunde) Ausschabungen, hier hatten sich Kieselsteinen im Wasserstrom mit zunehmender Rotation in den Stein gefressen…

Auf dem Rückweg nahmen wir ein Bad im Fluß. Auch dieses Wasser war wieder sehr mineralstoffreich, bräunlich gefärbt und wirkte gleichwohl sehr sauber. Wir schwammen zu dritt ein ganzes Ende den Fluß aufwärts bis zu einem kleinen Wasserfall, unter dessen Sturzfluten wir uns vorarbeiteten. Darunter zu verweilen war unmöglich, es gab keinen Halt und jeder von uns wurde sofort weggespült. Und doch war es eine starke Erfahrung, „Misogi“ – Reinigung.

Der Abschied von unsere Guides war von Abschiedsschmerz gezeichnet. Auf den vier Wanderungen gab es so viele Begegnungen, verbindende Gespräche. Und wir verabschiedeten uns auch wieder mit einem Ritual.

Mich erinnert die Frage daran, was ich davon mitnehmen und integrieren kann, stark an David Steindl-Rast, der dafür die Kurzformel aufstellte: „Stop – Breathe – Go“. Wie oft ist es im Alltag so, daß wir zwar die Signale unseres Körpers und Geistes schon hören, aber nicht darauf hören? wie oft hören wir die Botschaften unserer Umgebung, hören aber nicht zu… Hier ging es intensiv darum, die internen Monologe zu Ruhe kommen zu lassen, ganz in die Verbindung zu gehen.

Ja: natürlich ist es letztendliches Ziel, diese Verbundenheit in allem Tun und Nichttun zu leben. Bis wir es verwirklichen, ist es heilsam, diese Botschaft immer und immer wieder und in verschiedensten Kontexten zu empfangen.


Hermanus, Reise, Südafrika, Wanderung


Kyerim

Geboren an der See, studiert in Weimar, gelandet in Dresden.

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