Weinverkostung im Swartland

Auf dem Weg ins Landesinnere, und zwar ins Swartland, war unsere erste Station das Weingut „Allesverloren“. Hier genossen wir eine Weinverkostung. Dazu erhielten wir eine Einführung in die Hintergründe des Weinverkostens: auf welche Weise ein Wein gemacht wird, welche grundsätzlichen Techniken es gibt, an welchen Stellschrauben der Weinmeister drehen kann. Wie aus einem Wein ein Roséwein, wie daraus ein Rotwein wird.

Später kam eben dieser noch dazu und redete mit uns ganz offen (jenseits des Marketing-Sprech) über die Strategien dieses Weingutes. Und über die Unterschiede zu den deutschen Weinen. Über Methoden, die eben hier in Südafrika erlaubt sind (zum Beispiel das Hinzufügen von Alkohol, um bestimmte Süßegrade zu erreichen). Wir probierten verschiedene Weiße, einen Roséwein und zwei Rote (endeten mit einem jungen Shiraz, der großes Potential hatte).

Von hier aus fuhren wir nach Riebeek Kasteel. Das Abendessen hier war eine weitere Referenz…

Drei Gänge und das Kreuz des Südens

Das Abendessen hatte es in sich! Ich bin (bis jetzt) wahrlich kein Freund des „Foodporn“, aber hier mache ich gerne eine Ausnahme:

Der erste Gang war ein „Slow Roasted Tomato Tarte Tartin, Basil Pesto, Balsamic Sherry Reduction“, also ein „langsam geröstetes (karamelisiertes) Tomaten Tarte mit Basilikumpesto und Balsamico Sherry Sauce“ (frei übersetzt;)

Der Hauptgang: „Kingklip (Fisch), Parsley Fennel Butter (Petersilien-Fenchel Butter), Prawn Veloute (Krabbensauße), Potato Cream (Kartoffelbrei)“. Diese „Kartoffelcreme“ war nicht einfach Kartoffelbrei, sondern mit Trüffel verfeinert…

Essen auf diesem Niveau löst in einer Kombination aus Reizen Glücksgefühle aus, da werden Assoziationen geweckt, Lachen generiert, kann mal eben alles drumherum verschwinden.

Der Sauvignon Blanc passte perfekt mit seinen feinen Holunderblütennoten.

Gut, daß ich auch zu Hause lukullisch verwurzelt bin… 😉

as Dessert hieß (fast schlicht) „Classic Creme Brulee Served with Berry Compote“, also „klassische Creme Brulee mit Beerenkompott“: Es war …überwältigend: unter einer knackenden Schicht Karamell war eine Creme, die nach Quarkkuchen schmeckte, und auf der Zunge zerfloß. Sie harmonierte perfekt mit der Beerensauße. Darauf lag ein Zweiglein Pfefferminze… (NEIN, ich denke jetzt NICHT an Monty Python!).

Auch dazu gab es nochmal einen Wein, diesmal eine ganz besondere Perle: dieser Syrah könnte auch noch 30 Jahre liegen und von Jahr zu Jahr weiter an Qualität gewinnen (nun ja, dieser nicht mehr;). Er war aber auch jetzt schon wunderbar harmonisch…

Ich erinnere mich daran, wie mein Vater aus seiner Zeit als Seemann vom Kreuz des Südens erzählte – diese Nacht sah ich es auch…

Hier quakten am Abend noch lange Frösche und ich hörte die Grillen! 😉


Reise, Südafrika, Swartland


Kyerim

Geboren an der See, studiert in Weimar, gelandet in Dresden.

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